Montag, 3. August 2009

Transalp 2009

Free Mountain - Koba, unter diesem Namen sollten dieses Jahr, mit Catherine und Nadine, sowie Damian und Rämu, gleich zwei Teams die Konkurrenz das Fürchten lehren. Nadine Rieder startet normalerweise für das Fumic-Team und ist eher Spezialistin für kürzere Strecken, doch mit Catherine als treue Begleiterin wagte sie sich an dieses Projekt.



18. Juli 2009, Morgen 07.00 Uhr, es regnet in Strömen. Die Temperatur war über Nacht auf rund 5 Grad gesunken, das Wetter war schlimm und der Schnee in Sichtweite.

Nicht gerade der ideale Start zur Transalp, die über 22.146 Höhenmeter und 633,5 Kilometer in acht Etappen an den Gardasee führen sollte.

Auf einmal wurde eifrig nach Wintersachen gesucht und wenig später gingen wir gut verpackt in Regensachen und mit dicken Handschuhen zum Einfahren nach draussen. Als wir dann an den Start fuhren, trauten wir unseren Augen kaum, es gab tatsächlich Biker mit Ärmlingen, Gilet und kurzen Hosen. Naja, das war wohl ihre erste Biketour auf 1800 Meter über Meer bei minus 3 Grad, oder es sind alles Masochisten.

Beim Einfahren kamen uns auf einmal extrem viele Biker aus Richtung Start entgegen, bald erfuhren wir wiso, die Etappe war abgesagt! Die Wetterkapriolen waren für den Veranstalter zu unberechenbar, ausserdem stachen dem Verantwortilichen wohl auch die möchtegern Extrembiker mit kurz-kurz Montur ins Auge. Nach kurzer Enttäuschung waren wir jedoch froh, wenn wir uns einiges gewohnt sind und Biken bei fast jedem Wetter Spass macht, bei Schneematsch mit Minusgraden hörts auf! Unten ein Bild von der Strecke, welches der Veranstalter vom höchsten Punkt machte. Da kämen wohl eher die Freeskier vom Free Mountain Team zum Einsatz ;). 


Von da an gings mit dem Wetter nur noch aufwärts und auch wenn am zweiten Tag die Strecke wegen Schnee gekürzt wurde, spielte das Wetter keine entscheidenden Rolle mehr, denn die restlichen Tagen waren Sonne pur! 

Am zweiten Tag war Nervosität in der Luft. Da die Strecke verkürzt wurde und alle heiss waren endlich auf dem Bike Gas zu geben, war klar, dass es heute ein schnelles Rennen gibt. Am Start konnten Catherine und Nadine glücklicherweise im ersten Startblock einstehen, Damian und Rämu mussten mit sich mit dem zweiten arrangieren, konnten sich dort aber ganz vorne Einreihen.

So ergaben sich zwei verschiedene Taktiken, während Nadine und Catherine versuchten ihren Platz zu halten, gaben Damian und Rämu alles, um durch die zum Teil viel langsameren Fahrer nach vorne zu kommen bis zum Aufstieg nach zwei Kilometern in dem die Strecke schmaler wurde. Das hiess die ersten beiden Kilometer im zick-zack Kurs fahren. 

Kurz vor der Steigung dann was sich keiner wünscht, der Biker neben Rämu macht einen Schwenker und kurz darauf macht Rämu mit circa 40km/h Bekanntschaft mit dem Asphalt. Dabei brach der Sattel und löste sich von der Sattelstütze, sein rechtes Knie und beide Ellbogen bluteten. Während Damian versuchte den Sattel wieder zu montieren, liess sich Rämu vom eintreffenden Rescue-Team verarzten. Dabei stellten sie fest, dass der Arzt in der Hirslanden Klinik Bern arbeitete, denn als er sah, dass Hirslanden Klinik St. Anna in Luzern einer unser Sponsoren ist kamen sie darauf zu sprechen. Bald kam auch noch der Motorradfahrer, der immer am Schluss des Feldes fuhr zu ihnen, da mitlerweilen das ganze Feld an ihnen vorbeigefahren war. Der fragte als er die Trikots sah: "Free Mountain, ist das nicht der Shop vom Sascha?". da lag er richtig. Aber zum Quatschen blieb keine Zeit, denn Damian der Meister des Bike-Tools hatte Rämus Bike wieder fahrbar gemacht und er sich aufgefangen und motiviert heute noch das Ziel zu erreichen aber das sicher nicht als Letzte! So fuhren sie nach 15 Minuten Material und Fahrerbehandlung wider los. Im Ziel waren sie trotz den Umständen noch auf den 46. Rang gefahren.

Es stellte sich, zurück in der Schweiz heraus, das der Fahrer des "Besentmotorrads" Holger Meyer war. Er macht für viele Bikemagazine Fotos, Tests usw. Uns kam er schon irgendwie bekannt vor:) Hier im Transalp-Outfit:


Die Free Mountain Ladys konzentrierten sich mehr auf den Kampf mit der Konkurrenz und beeindruckten nach einem harten Rennen mit einem fulminanten Angriff auf dem flachen Finish, gespickt von kurzen Gegensteigungen, die Männer in ihrer Gruppe. Denn sie griffen immer wieder an und diverse Männer sahen sie nur noch von hinten, dann bald gar nicht mehr:).

Am zweiten Tag lief es bei Catherine und Nadine leider nicht nach Plan, denn durch eine Unachtsamkeit von Catherine beim Zurückschauen fuhr sie auf ein Schneefeld, ein Zeuge vom gestrigen ****wetter. Sie stürzte. Das sie dabei beide Knie aufschürfte störte sie wohl weniger, doch irgnedwie schlug der Lenker an ihr rechtes Bein, wobei sich der Bremshebel tief in ihr Schienbein schnitt. Sie erzählte nach der Etappe, dass man bis auf den Knochen sah und beim Anblick der Narbe glaubte man das aufs Wort. Sie fuhr weiter und als sie vom Rescue-Team notdürftig verarztet wurde, durfte sie nur weiterfahren als sie versprach im Ziel sofort ins Spital zu fahren. Sie hielt ihr Versprechen und stand von nun an immer mit dickem Verband und genähter Wunde am Start. Danach reichte es bei uns erstmals mit Stürzen, bis zum letzten Tag, als 8km vor dem Ziel am Gardasee Nadine bei Catherine am Hinterrad hängen blieb. Ein Sturz war nicht zu vermeiden, dabei Schlug sie mit dem Unterarm so stark auf, dass dieser stark anschwoll. Die letzte Zieleinfahrt konnten die Beiden dann leider gar nicht geniessen, denn Nadine konnte kaum noch fahren, da ihre Schmerzen und der Schock vom Sturz nicht gerade Feierlaune aufkommen liessen.


Über die sieben Tage fuhren sie aber sehrKonstant und hatten keine grösseren Einbrüche, womit sie den guten 5. Schlussrang erobern konnten. Da bekanntlich Frauen auch immer auf das Gesamtbild achten, machten sie das auch bei den Resultaten der Etappen und legten Wert auf Symetrie :-), hier ihre die Tagesplatzierungen:

7., 5., 6., 6., 6., 5., 7.
Rangliste hier

Bei Damian und Rämu, kämpfte Rämu bis zum vierten Tag mit sich selber, da er Probleme mit dem Knie hatte. Es lief von Tag zu Tag besser bald bestimmte nicht nur immer er das Maximaltempo, sondern auch Damian musste auch mal leiden:). 23., 19., 25., 11.(!), 15. und 14. waren die weiteren Klassierungen der Etappen.Rangliste hier und Zieleinfahrt:

video

Das Rennen war super organisiert und auch an der Strecke gabe es ausser dem hohen Kiesstrassenanteil nichts auszusetzen, bis wir auf der letzten Etappe die letzte Abfahrt unter die Stollenreifen nahmen. Die war so Steil und voller glitschiger grosser Steine und Felsplatten, dass es nicht mehr einer Abfahrt, sondern einer Rutschbahn glich. Mindestens ein Biker verlies dort die Strecke mit dem Rettungshelikopter. Eine solch schwierige und gefährliche Abfahrt am Ende einer langen und anstrengenden Rundfahrt ist einfach zu gefährlich!


Am Abend bei der Abschlussparty bekamen wir dann das begehrte Finishertrikot, naja für manche zumindest. Dazu kam noch dass wir das Trikot einstimmig zum hässlichsten Finishertrikot der Bikegeschichte küren mussten. Wenn ihr einmal eines seht versteht ihr uns, aber das wird schwirig, denn wer zieht sowas schon an!?




Danke für die super Unterstützung an Ändu und Bruno, die uns perfekt verpflegt und betreut haben, genial! Solcher Service erspart einem viele Strapazen und vorallem macht es noch einmal mehr Spass mit einem guten Team unterwegs zu sein.

Wir alle hatten eine super Woche und ein geniales Teamerlebnis.

Ich kann nur sagen: "Es isch eifach geil gsi mit öich!"

Rämu